Quaderförmige Betonskulpturen haben Bachelorstudierende des 5. Semesters in einem Entwurfs- und Praxisprojekt im Fachbereichs Architektur an der Hochschule Koblenz realisiert. Unter dem Titel „Raum und Licht“ sollten eigene Konzepte für einen 30 x 30 x 30 cm großen Betonwürfel entwickelt und im Betonlabor der Hochschule produziert werden.

Das Projekt am Lehrstuhl von Prof. Georg Poensgen dauerte ein Semester (WS 2015/16). Zum Einstieg standen Vorträge und Referate zum Thema „Raum und Licht“ auf dem Programm, u. a. zu Architekturvorbildern wie Louis Kahn, Tadao Ando oder Luigi Snozzi – weltbekannte Planer, die das Zusammenspiel von (Sicht-)Beton und einfallendem Licht in ihren Bauten meisterhaft inszeniert haben.

Der Baustoff Beton und die Kantenlänge als einzige Vorgaben

Nach dem inspirierenden Auftakt ging es in Zweiergruppen an die Konzeption der Objekte, die den Werkstoff Beton mit dem einfallenden Licht kombinieren sollten. Zunächst als Arbeitsmodell aus Pappe oder Styrodur, danach – in der doppelten Größe – aus Sichtbeton. Bis auf die Vorgabe der äußeren Form, einem Würfel mit 30 cm Kantenlänge, waren die Studierenden völlig frei von Entwurfsvorgaben.

Drei Schalungen kurz vor dem Betonieren

„Der Kubus kann, je nach Konzept; zerschnitten, ausgehöhlt, perforiert oder in einer anderen Arbeitsweise bearbeitet werden. Es können Skulpturen entstehen die klappbar, verschiebbar, faltbar, usw. sind. … Licht kann sowohl von außen auf die Skulptur wirken, als auch von innen heraus scheinen. Es kann sich dabei um natürliches oder künstliches Licht handeln. Die Auseinandersetzung mit dem Licht in der Umsetzung der Skulptur soll mit Hilfe von Fotos oder Computersimulationen dokumentiert werden“ so die Aufgabenbeschreibung.

„Die Entwürfe waren alle total unterschiedlich“ berichtet Eva-Maria Çift, die das Projekt betreut hat: „Manche Würfel waren aussen verschlossen und wurden strikt von oben belichtet, andere kombinierten kantige, mit Matrizen hergestellte Oberflächen mit glatten Flächen, wieder andere betonierten eher organische Formen“ erzählt die wissenschaftliche Mitarbeiterin, die seit 2012 am Lehrstuhl in Koblenz tätig ist.

Unterstützung von den Bauingenieuren des Fachbereichs Bauwesen

Nach dem Herstellen der Schalungen wurde im Betonlabor der Hochschule betoniert, für fast alle Teilnehmer des Projekts war die Arbeit mit dem flüssigen Baustoff eine Premiere. Wissenschaftliche Mitarbeiter, Bauingenieure des Fachbereichs Bauwesen, unterstützten die „Architekten“ beim Vorbereiten der Schalungen, Herstellen des Betons und beim Betoniervorgang mit Rüttelstab und -platte.

Zwar gab es hier und da einen Riss beim Trocknen oder Ausschalen der Objekte, im Großen und Ganzen ist das Ergebnis äußerst sehenswert. Und teilweise schwer: Deutlich über 50 kg wiegen einige Objekte, die für die abschliessende Ausstellung am Lehrstuhl nur von zwei Personen zusammen transportiert werden konnten.

Hier eine Auswahl der fertigen Betonskulpturen:

Fotos: Fachbereich Architektur, Hochschule Koblenz

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